2021-03-05
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EU: Nachfrage nach Kohle sinkt

Erneuerbare Energien ersetzen Kohle / Deutschland läuft dem Trend entgegen

Während Sigmar Gabriel in Deutschland noch mehr Kohlekraftwerke bauen möchte, hat die Europäische Union den Trend der Zeit erkannt und nun bekannt gegeben, dass sich die Nachfrage nach Kohle stark reduzieren wird.

Nachdem es im letzten Winter noch ein Hoch gegeben hatte, wird es nun zu einem Jahrzehnte dauernden Sinkflug bei der Kohlenachfrage kommen. Der Grund dafür liegt beim voranschreitenden Ausbau der erneuerbaren Energien, die sukzessive die veralteten Kohlekraftwerke ersetzen.

Allein zwischen 2012 und 2020 können insgesamt bis zu 28 GW Leistung aus Kohle vom Netz genommen werden, wie die Deutsche Bank in einer Studie bekannt gab. Gleichzeitig werden allein in diesem Jahr 21 GW Leistung aus Wind, Solar- und Wasserkraft hinzukommen, weitere 140 GW sollen zwischen 2014 und 2020 folgen.

„In diesem Winter wird die Nachfrage nach Kohle sinken, zusätzliche erneuerbare Energie wird zuerst Gas, dann Kohle ersetzen“, sagte Kris Voorspools, ein Analyst der 70 Watt Consulting dazu, wie Reuters berichtet. „Die neuen Kraftwerke, die dieses Jahr ans Netz angeschlossen wurden, sind im Übrigen auch sehr viel effektiver als die Museumsstücke, die in Rente gegangen sind.“

Diesem Winter werden die neuen Kohlekraftwerke weniger Kohle dazu benötigen, um die gleiche Leistung wie im Vorjahr zu produzieren. In den letzten zehn Jahren lag der Anteil aus Kohle am Strommix konstant bei einem Viertel, was mit den niedrigen Preisen für Kohle und Emissionspapieren zu erklären ist. Aber die veränderte Politik der EU-Mitglieder bezüglich erneuerbarer Energie sowie die neuen Kraftwerke haben schon jetzt Auswirkungen auf den Markt und den Bedarf an Kohle. Allein in den letzten drei Monaten dieses Jahres wird die Nachfrage nach Kohle im Vergleich zum vierten Quartal 2012 um 3 Prozent sinken.

Der letzte Winter war vor allem in Nordeuropa sehr hart, was die Nachfrage nach oben trieb. Obwohl es noch zu früh für verlässliche Vorhersagen ist, erwarten die wenigsten Experten jetzt einen ähnlich harten Winter. „Dieser Winter wird voraussichtlich milder, was dazu führt, dass das kohlenintensive Deutschland weniger Kohlestrom in die Nachbarländer exportieren wird, da die Nachfrage dort geringer ausfällt“, meint Yan Quin, ein Experte von Point Carbon. Goldman Sachs sagt daher für 2014 voraus, dass die Nachfrage nach Kohle um 7 Millionen Tonnen auf 191 Millionen sinken wird – das entspricht einem Nachlass von 3,5 Prozent.

Das Sinken der Nachfrage wird derweil die Situation der Kohleindustrie in Ländern wie Großbritannien, Polen und Spanien noch weiter verschlimmern, die bereits jetzt Unterstützung bei ihren jeweiligen Regierungen beantragen mussten. Und während Deutschland in den nächsten beiden Jahren einen Zuwachs an 8 GW Leistung aus Kohlestrom plant, werden die Leistung in Großbritannien sinken. Die Kraftwerke dort sind veraltet, aber um neue zu bauen müssten zunächst laut EU-Verordnung die Kohlenstoffemissionen erfasst und gespeichert werden können.

Wenn Sigmar Gabriel also an seinem Vorhaben für einen Ausbau des Kohlestroms festhält, können sich bald alle Bürger darauf einstellen, dass sie mit ihren Steuergeldern EU-Subventionen für die Kohle in anderen Ländern finanzieren dürfen.

Quelle:
Reuters / Katrin Radtke (Windmesse)
Email:
presse@windmesse.de
Link:
uk.reuters.com/...



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