2024-06-23
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Von Wilhelmshaven zu den Industriezentren in NRW und Niedersachsen: Unternehmensallianz verbindet Projekte für Wasserstoffimport, -produktion, -transport und -verbrauch

Mit bp, Gasunie, Nowega, NWO, Salzgitter, Thyssengas und Uniper verbinden sieben starke Unternehmen ihre geplanten Wasserstoffprojekte in Nordwestdeutschland miteinander / Die Vorhaben bilden die komplette H2-Wertschöpfungskette von Import und Produktion über Transport und Verbrauch ab. Das Wassersstoffleitungsnetz soll weiteren Unternehmen diskriminierungsfrei offenstehen

Grafik: UniperGrafik: Uniper

Die Unternehmen bp, Gasunie, Nowega, NWO, Salzgitter, Thyssengas und Uniper verbinden ihre Wasserstoffprojekte in Nordwestdeutschland miteinander. Ziel der Allianz ist es, Wilhelmshaven als künftigen Standort für Wasserstoffimport und -produktion mit den industriellen Verbrauchszentren in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen zu vernetzen.

Während bp und Uniper in Wilhelmshaven verschiedene Projekte zum Import bzw. zur Erzeugung von Wasserstoff planen, bringen Gasunie, Nowega, NWO und Thyssengas bestehende Transportleitungen sowie Pläne für neu zu errichtende H2-Pipelines in das Gesamtvorhaben ein. Über einen Nord-Süd-Korridor zwischen Wilhelmshaven und der Chemieregion Köln sowie einen West-Ost-Korridor zwischen Wilhelmshaven und Salzgitter sollen neben den Wasserstoffverbrauchsstandorten der Unternehmen bp und Salzgitter in der Rhein-Ruhr Region bzw. in Salzgitter weitere Unternehmen an die Wasserstoffinfrastruktur in der Rhein-Ruhr Region bzw. in Salzgitter (Niedersachsen) angebunden werden. Dazu haben die beteiligten Unternehmen eine Absichtserklärung (Letter of Intent) unterzeichnet. Indem die Projektpartner im Rahmen der rechtlichen und regulatorischen Möglichkeiten zusammenarbeiten, unterstützen sie die ehrgeizigen Ziele der Bundesregierung, Deutschland bis 2045 klimaneutral zu machen.

Integrierte Projektplanung entlang der H2-Wertschöpfungskette

Die Unternehmen beteiligen sich mit verschiedenen Wasserstoffvorhaben an der Allianz. Damit repräsentieren die geplanten Projekte die gesamte H2-Wertschöpfungskette. Im Detail verteilen sich die Rollen wie folgt:

bp und Uniper als industrielle Erzeuger und Verbraucher von Wasserstoff beabsichtigen, jeweils am Standort Wilhelmshaven ein Ammoniak-Importterminal zu errichten. Das angelandete Ammoniak soll dann vor Ort durch ein thermo-chemisches Verfahren („Cracken“) in Wasserstoff und Stickstoff zerlegt werden. Der im Ammoniak gebundene grüne Wasserstoff wird auf diese Weise zurückgewonnen. Ammoniak als H2-Träger ermöglicht den effizienten Transport von kohlenstoffarmem Wasserstoff per Schiff über größere Distanzen zur Nutzung in Deutschland. Darüber hinaus plant Uniper den Aufbau einer Großelektrolyse in Wilhelmshaven, welche mit Hilfe von Offshore-Windstrom aus der Nordsee grünen Wasserstoff produzieren soll. Sowohl bp als auch Uniper haben ihre Vorhaben als Project of Mutual Interest (PMI) bzw. Projects of Common Interest (PCI) bei der Europäischen Kommission eingereicht. Die Entscheidung über eine Anerkennung wird in diesem Jahr erwartet.

Gasunie und Thyssengas haben Ende Februar ihre Planungen für einen H2-Nord-Süd-Korridor zwischen Wilhelmshaven und der Chemieregion Köln öffentlich gemacht. Die rund 400 Kilometer lange Transportverbindung soll bis 2028 durch Umstellung bestehender Transportleitungen sowie ergänzenden Neubau entstehen. Sowohl Gasunie als auch Thyssengas haben für ihre jeweiligen Teilabschnitte PCI-Anträge (Projects of Common Interest) bei der Europäischen Kommission eingereicht. Durch eine Anbindung an das durch Gasunie geplante Wasserstoffnetzwerk Hyperlink im Norden sowie die von Nowega und Thyssengas verantworteten Teilprojekte der Wasserstoffinitiative GET H2 trägt der geplante Nord-Süd-Korridor maßgeblich zum Aufbau eines integrierten Wasserstoffnetzes bei. Hierdurch werden sowohl die bp Raffinerien im Emsland und Ruhrgebiet als auch viele weitere potenzielle H2-Verbraucher entlang der Trasse erreicht. Darüber hinaus sind Gasunie und Nowega für den Aufbau des notwendigen West-Ost-Korridors zur Anbindung des Partners und Wasserstoffabnehmers Salzgitter verantwortlich.

Die Infrastrukturbetreiber Nowega und NWO bringen ebenfalls Teile ihres bestehenden Leitungsnetzes in die Allianz ein. Die Umstellung der Bestandsleitungen durch Nowega und NWO vermindert den notwendigen Neubaubedarf erheblich und ermöglicht eine großräumige Erreichbarkeit weiterer Ein- und Ausspeiser.

“bp unterstützt das Ziel der Bundesregierung bis 2045 klimaneutral zu werden. Aus diesem Grund wollen wir in die Erzeugung, den Import und eine gemeinsam nutzbare Infrastruktur für Wasserstoff in Deutschland investieren – nicht nur zur Versorgung unserer eigenen Produktionsprozesse, sondern auch zur Deckung des grundsätzlichen Bedarfes von grünem Wasserstoff durch Mobilitäts- und Industriekunden. Unser Know-how, Verbindungen zu anderen bp Projekten sowie Importe aus bp Wasserstoffzentren in anderen Teilen der Welt können dabei helfen, dass Deutschlands Energieversorgung kohlenstoffärmer, sicher und bezahlbar wird", so Patrick Wendeler, Vorstandsvorsitzender der BP Europa SE.

"Unser Hyperlink-Projekt wird so weiter ausgebaut zu einem leistungsstarken Netzwerk mit Partnern, die sich gemeinsam einer der aktuell herausforderndsten Aufgaben stellen: der Transformation der deutschen und europäischen Wirtschaft hin zur Klimaneutralität. Gemeinsam bauen wir eine funktionierende Wasserstoff-Wirtschaft auf. Hierzu laden wir auch andere Interessierte ein", erklärt Hans Jonk, Geschäftsführer der Gasunie Energy Development GmbH.

"Die NWO versorgt seit 1958 den Nordwesten mit Rohöl. Nun will NWO zusätzlich auch Teil der lückenlosen Versorgung der Wasserstoffindustrie werden, um dem rückläufigen Trend der Raffinerieversorgung mit Rohöl entgegenzuwirken. NWO wird damit Teil der Lösung und hat aufgrund ihrer Alleinstellungsmerkmale Chancen, Knotenpunkt für ‚grüne‘ Energie zu werden", so Dr. Jörg Niegsch, Geschäftsführer der Nord-West-Oelleitung GmbH.

"Diese Zusammenarbeit ist eine konsequente Weiterentwicklung der Infrastruktur zwischen Niedersachen und NRW, die wir mit unserer Beteilung am IPCEI-Projekt GET H2 Nukleus starten. Die Politik muss nun kurzfristig den Rahmen für die Entwicklung des Wasserstoffmarktes und der Infrastruktur setzen", sagt Frank Heunemann, Geschäftsführer der Nowega GmbH.

"Die Wasserstoffversorgung des Stahlstandortes Salzgitter ist eine der wesentlichen Säulen unseres Transformationsprogramms SALCOS®. Mit dieser Kooperation verfolgen wir unsere Mission ‚Partnering for Transformation‘ konsequent weiter und kommen einer Wasserstoff-Pipeline für die Region signifikant näher", ergänzt Ulrich Grethe, Vorsitzender der Geschäftsführung Salzgitter Flachstahl GmbH.

"Ein schneller Wasserstoff-Hochlauf ist nur mit vereinten Kräften möglich. Daher freut es mich sehr, dass sich mit bp, nowega, NWO, Salzgitter und Uniper weitere starke Partner mit uns zusammengetan haben und ihre Expertise und Projekte einbringen. Im Ergebnis soll bis 2028 nicht mehr und nicht weniger als ein zentrales Element des künftigen Wasserstoffmarktes in Nordwestdeutschland entstehen. Was nach wie vor fehlt ist ein regulatorischer Rahmen, der Planungs- und Investitionssicherheit schafft und den die Politik jetzt zeitnah liefern muss", sagt Dr. Thomas Gößmann, Vorsitzender der Thyssengas-Geschäftsführung.

"Diese Partnerschaft ermöglicht Unipers ‚Green Wilhelmshaven‘-Projekten – der Großelektrolyse sowie dem Ammoniak-Importterminal mit Cracker – den schnellstmöglichen Zugang zu den künftigen Verbrauchszentren für grünen Wasserstoff. Wir freuen uns, den Aufbau der europäischen Wasserstoffwirtschaft hiermit maßgeblich zu beschleunigen", so Dr. Axel Wietfeld, Geschäftsführer der Uniper Hydrogen GmbH.

Quelle:
Uniper
Autor:
Pressestelle
Link:
www.uniper.energy/...
Keywords:
Uniper, Wilhelmshaven, Wasserstoff, grün, offshore, Leitung, Salzgitter, Zentrum, Industrie, H2, Import, Produkt, Verbrauch, Leitungsnetz




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