2021-09-22
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Minister Müller zur Vorstellung des Weltklimaberichts: „Uns läuft die Zeit davon - wir brauchen einen weltweiten Green Deal!“

Weniger als drei Monate vor Beginn der Weltklimakonferenz COP26 in Glasgow veröffentlicht der Weltklimarat, das „Intergovernmental Panel on Climate Change“ (IPCC), am Montag, den 9. August eine neue Zusammenfassung des Forschungsstands zum Klimawandel.

Bild: PixabayBild: Pixabay

Zur Vorstellung des Berichts erklärte Bundesentwicklungsminister Gerd Müller:  „Die Forschungsergebnisse zeigen: Das 1,5-Grad-Ziel ist immer noch zu erreichen. Aber uns läuft die Zeit davon! Die Folgen des Klimawandels sind längst da und werden weiter zunehmen: Dürren, Hitzewellen, Wirbelstürme und Starkregen, genauso wie der Anstieg des Meeresspiegels und das Abschmelzen der Gletscher. Vor allem Entwicklungsländer, die am wenigsten zum Klimawandel beigetragen haben, leiden unter diesen Katastrophen – wie aktuell in Madagaskar, wo über eine Million Menschen wegen einer Dürre nicht genug zu essen haben.“

„Wir müssen jetzt die Weichen für einen grünen Wiederaufbau nach der Corona-Krise stellen. Fast die Hälfte der zusätzlichen Stromerzeugung der nächsten Jahre wird noch aus fossilen Quellen stammen. Die verbindliche Umsetzung der Vorgaben des Pariser Abkommens ist erste Bedingung, aber leider erreichen derzeit nur 8 von 191 Staaten die gesetzten Ziele.“

„Wir brauchen einen weltweiten Green Deal: mit gewaltigen privaten Investitionen zum Ausbau erneuerbarer Energien sowie Technologietransfers und einer Investitionsoffensive der Industrieländer in Schwellen- und Entwicklungsländern. Nur so ist es möglich, Wachstum ohne dramatische Steigerung der CO2-Emissionen zu erzielen. Weltbank, IWF, Entwicklungsbanken und die EU müssen die Investitionsförderung und Risikoabsicherung für nachhaltige Infrastruktur- und Energieprojekte dazu deutlich ausbauen.“

„Vor allem ?Brüssel muss seinen Beitrag durch die Ausweitung des Green Deals auf Entwicklungs- und Schwellenländer leisten - und so eine weltweite Energiewende fördern. Denn 92 Prozent der CO2-Emissionen finden außerhalb der EU statt. ?Weltweit sind hunderte neue Kohlekraftwerke in Bau oder Planung. Dieses zusätzliche CO2 könnten wir in der EU gar nicht einsparen. Gehen diese „Klimakiller“ alle ans Netz, erreichen wir die Pariser Ziele nie. Zu einer internationalen Vorreiterrolle der EU gehört daher auch, dass die Europäische Investitionsbank einen erweiterten Auftrag als „Klimainvestitionsbank“ erhält, um den Ausbau erneuerbarer Energien weltweit zu fördern.“

Deutschland geht beim internationalen Klimaschutz voran: Mit Klima-Investitionen von über 12 Milliarden Euro seit 2015 ist Deutschland einer der größten Geber für die Förderung der Energiewende in Entwicklungs- und Schwellenländern. Über drei Millionen Menschen konnten wir so allein im letzten Jahr Zugang zu nachhaltiger Energie verschaffen.“

Das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) investiert umfassend in den Schutz der ärmsten und verwundbarsten Menschen vor Klimarisiken. 2020 brachte die Bundesregierung rund 5,1 Milliarden Euro an internationaler Klimafinanzierung auf. Das BMZ trug 85 Prozent dazu bei. Über 40 Prozent der Mittel entfielen dabei auf Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel - zum Beispiel für die Finanzierung von dürreresistentem Saatgut. Ein besonderer Schwerpunkt der Zusammenarbeit im Klimabereich liegt auch auf der Klimarisikofinanzierung: Die vom BMZ gegründete InsuResilience-Initiative hat allein im vergangenen Jahr 137 Millionen Menschen zusätzlich gegen Klimarisiken abgesichert.?

Quelle:
BMZ
Autor:
Pressestelle
Link:
www.bmz.de/...
Keywords:
IPCC, Bericht, Weltklimarat, Bundesentwicklungsminister, Deutschland, Entwicklungshilfe, Klimakrise, Folgen, Hitze, Dürre, Flucht, Green Deal
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