2021-09-20
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Globaler Erdüberlastungstag: Schwups, alles aufgebraucht!

Es ist jedes Jahr das gleiche Spiel: Der globale Erdüberlastungstag rückt kontinuierlich weiter nach vorne im Kalender. Und dieses Jahr zeigt sich, dass der Coronaeffekt aus dem Vorjahr nun zu einem Rebound geführt hat. Kurz: Es hat sich durch die Pandemie nichts geändert.

Die Weltbevölkerung lebt mal wieder auf Pump (Bild: Pixabay)Die Weltbevölkerung lebt mal wieder auf Pump (Bild: Pixabay)

Wurde vor knapp einem Jahr noch darüber diskutiert, wie sich nach dem Corona-Lockdown das Leben auf der Welt verändern würde, wie man eine bessere, gerechtere Gesellschaft formt und die Wirtschaft auf Kurs gegen den Klimawandel bekommt, zeigt sich nun: Es ist alles beim Alten geblieben.

Besonders deutlich wird dies am globalen Erdüberlastungstag, der 2021 auf den heutigen 29. Juli fällt. Laut Germanwatch markiert der Tag den Zeitpunkt im Jahr, bis zu dem die Menschheit so viele Ressourcen von der Erde beansprucht hat, wie alle Ökosysteme im gesamten Jahr erneuern können. Aufgrund der Corona-Pandemie war der Tag im Jahr 2020 knapp drei Wochen nach hinten gerutscht und die Hoffnung groß, dass dies mit einiger Kraftanstrengung dauerhaft so sein könnte. Doch davon ist nichts mehr zu spüren, denn in diesem Jahr sind die nachhaltig nutzbaren Ressourcen der Erde laut Global Footprint Network wieder so früh verbraucht wie 2019.

Demnach benötigt die Weltbevölkerung rechnerisch 1,75 Planeten, um ihren Ressourcenbedarf nachhaltig zu decken. Allerdings tragen nicht alle Länder gleich viel zum Erdüberlastungstag bei. Vor allem die Industrienationen treiben das Datum nach vorn: Der deutsche Erdüberlastungstag lag 2021 bereits am 5. Mai. Würden alle Länder so haushalten wie Deutschland, wären also sogar drei Erden nötig. Bei einer Lebensweise wie in China wären es 2,2 Erden, bei den USA sogar fünf.

„Wir erleben nun den befürchteten Rebound-Effekt, das sprunghafte Wiederansteigen der Emissionen nach dem Höhepunkt der Pandemie“, erklärt Steffen Vogel vom Team Unternehmensverantwortung der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch. „Dass der Ressourcenverbrauch trotz Anhalten der Pandemie schon dieses Jahr wieder das Niveau von 2019 erreicht, zeigt: Wir brauchen dringender denn je ein Umsteuern in der Klima- und Ressourcenpolitik. COVID-19-Konjunkturprogramme müssen unbedingt auf nachhaltige Wirtschaftsweisen ausgerichtet werden.“

„Um die ständige Überdehnung der Grenzen des Planeten zu stoppen, brauchen wir auch eine engere internationale Kooperation auf mehreren Ebenen. So muss die Bundesregierung jetzt zum Beispiel mit ihren europäischen Partnern die Umsetzung des European Green Deal beschleunigen”, zeigt Audrey Mathieu, Referentin für EU-Klimapolitik bei Germanwatch, einen Weg aus der Krise.

Viele Länder in Europa wurden in diesem Sommer von schweren Überschwemmungen heimgesucht (Bild: Pixabay)

Dass Corona nicht den erhofften Effekt hatte, haben kürzlich auch Zahlen der Internationalen Energieagentur IEA gezeigt: Während zwar weltweit die Regierungen eine noch nie dagewesene Menge an Steuergeldern einsetzen, um ihre Volkswirtschaften zu stabilisieren und nach Corona wieder aufzubauen, wurden nur ca. 2 Prozent dieser Ausgaben für Maßnahmen im Bereich der sauberen Energie bereitgestellt. Die öffentlichen und privaten Gelder, die weltweit im Rahmen der Konjunkturprogramme mobilisiert werden, bleiben weit hinter dem zurück, was zur Erreichung der internationalen Klimaziele erforderlich ist.

„Seit dem Ausbruch der Covid-19-Krise haben viele Regierungen zwar darüber gesprochen, wie wichtig es ist, sich für eine sauberere Zukunft zu rüsten, aber viele von ihnen haben ihren Worten noch keine Taten folgen lassen. Trotz verstärkter Klimabestrebungen wird nur ein kleiner Teil der Konjunkturmittel für saubere Energie ausgegeben“, kritisierte Fatih Birol, der Exekutivdirektor der IEA, die Politik.

Dass die Klimakrise längst auch in den Industrienationen angekommen ist, zeigen die jüngsten Wetterkapriolen: Während in den USA Hitzewellen zu Buschbränden führen, muss Europa mit großen Niederschlagsmengen kämpfen. Tennisballgroße Hagelkörner sorgten in Italien für Aufregung, während der Starkregen katastrophale Überschwemmungen in Deutschland nach sich zog.

Im September ist in Deutschland Bundestagswahl. Fest steht jetzt schon: „Auf die nächste Bundesregierung kommen sowohl auf EU-Ebene als auch beim Ergreifen wirksamer Maßnahmen zum Erreichen der verbesserten deutschen Klimaziele große Aufgaben zu”, betont Mathieu. Und das Thema Klimaschutz sollte ganz oben auf der Agenda stehen.

Autor:
Katrin Radtke
Email:
presse@windmesse.de
Keywords:
Erdüberlastungstag, global, Deutschland, Wahl, Klima, Ressourcen, Industrie, Corona, Pandemie, Planet, Rebound



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