2022-12-05
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Ostsee wird zum internationalen Offshore-Windenergie-Hotspot

Nicht erst seit dem Krieg Russlands gegen die Ukraine rückt die Ostsee als Ort für Offshore-Windenergie mehr und mehr in den Fokus, denn mittlerweile planen alle Anrainerstaaten eigene Offshore-Windparks. Was bisher vor allem der Initiative der Wirtschaft zu verdanken war, bekommt nun einen offiziellen Anstrich: Die Politik zieht nach und fasst weitreichende Beschlüsse.

Die dänische Insel Bornholm wird zu einem Energy Hub in der Ostsee ausgebaut (Bild: Pixabay)Die dänische Insel Bornholm wird zu einem Energy Hub in der Ostsee ausgebaut (Bild: Pixabay)

Am Dienstag fand in Kopenhagen der Ostsee-Gipfel ‚Baltic Energy Security Summit‘ statt, auf dem Vertreter*innen von acht Ostseeanrainerstaaten zugegen waren. Zur Stärkung der europäischen Energiesicherheit wurde eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet, die einen massiven Ausbau der erneuerbaren Energien im gesamten Ostseeraum vorsieht. Im Fokus stehen grüner Wasserstoff und als Energiegeber Offshore-Windkraft.

„Wir haben uns darauf geeinigt, die Offshore-Windenergie in der Ostsee bis 2030 zu versiebenfachen“, erklärte die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen laut dem dänischen Medium The Local. 20 Gigawatt sollen es bis 2030 werden, bis 2050 läge das Potenzial sogar bei bis zu 93 Gigawatt, wie die teilnehmenden Staaten Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Lettland, Litauen, Polen und Schweden betonten.

Russland war als einzige Ostseestaat bei dem Treffen am Dienstag nicht anwesend. Kein Wunder, denn das Bündnis will Energiesicherheit ohne den Kriegstreiber aus dem Osten. „Wir sind die Frontlinie der europäischen Energiesicherheit“, betonte Frederiksen. „In diesem Krieg setzt Putin Energie als Waffe ein und hat Europa, wie wir alle wissen, an den Rand einer Energiekrise mit explodierenden Energiepreisen gebracht.“ „Putins Versuch, uns mit fossilen Brennstoffen zu erpressen, ist gescheitert“, sagte auch Ursula van der Leyen, die Präsidentin der Europäischen Kommission, am Rand des Gipfels.

Bereits vor dem eigentlichen Gipfel zeigten Dänemark und Deutschland, wie die Zukunft der Ostsee aussehen soll. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck und sein dänischer Amtskollege Dan Jørgensen unterzeichneten eine milliardenschwere Vereinbarung zur Entwicklung der Bornholm Energy Island durch die beiden Windenergie-Pionierländer.

Schon länger hatte Dänemark an Plänen gearbeitet, die Insel Bornholm, in der nördlichen Ostsee vor der schwedischen Küste gelegen und bislang vor allem als Urlaubsziel für Touristen bekannt, in eine Energieinsel umzubauen. Diese Pläne werden nun konkret: Bis 2030 sollen rund um die Insel bis zu 3 GW Offshore-Windkraftanlagen errichtet werden. Stromleitungen werden nach Deutschland und Dänemark gezogen, sodass sich beide Länder die erzeugten grünen Strommengen und die Kosten für die Netzinfrastruktur teilen können. Ziel der Kooperation ist es, Stromimporte auf Basis erneuerbarer Energien zu ermöglichen und Energiesicherheit und Klimaschutz in Europa voranzutreiben, so das Bundeswirtschaftsministerium.

Um die Entwicklung Bornholms als Windenergie-Hub voranzubringen, haben sich bereits verschiedene Partner aus Wirtschaft und Forschung in Form einer Stiftung zusammengeschlossen, darunter die Technische Universität Dänemarks (DTU), Ørsted, Siemens-Gamesa, Energinet, die Gemeinde Bornholm, der Stromversorger Bornholms Energi & Forsyning und der Hafen von Rønne, die mit einer Reihe von Behörden zusammenarbeiten werden.

Alle Ostseeanrainerstaaten haben in den letzten Monaten Pläne zum Aufbau einer Offshorewindindustrie vorgelegt (Bild: Pixabay)

„Der Zugang zu Energie aus Windparks und Testeinrichtungen, in denen Forscher, Unternehmen und Behörden zusammenarbeiten können, sind für die Umstellung auf erneuerbare Energien entscheidend. Aus diesem Grund haben wir uns mit einer Reihe anderer Partner zusammengetan, um die Baltic Energy Island auf den Weg zu bringen. Mit der Stiftung als koordinierender Organisation wird Bornholm zu einem führenden internationalen Innovationszentrum für die Entwicklung grüner Technologien und Energieinseln“, erklärte DTU-Professor Jacob Østergaard die Beweggründe.

Um Bornholm mit dem deutschen Stromnetz zu verbinden, muss zunächst ein 470 Kilometer langes Seekabel verlegt werden. Bis zum Jahr 2030 sollen dann 4,5 Millionen Haushalte mit Strom aus Bornholm versorgt werden, wie Reuters berichtet. „Wir haben die einmalige Chance, Technologien für das Energiesystem der Zukunft zu entwickeln. Das ist etwas, das wir gemeinsam tun müssen. Wir werden sektor-, forschungs- und länderübergreifend arbeiten, und Baltic Energy Island wird als starke Plattform für diese Arbeit dienen“, macht auch Anders Bjarklev, Präsident der DTU, die Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit deutlich.

Die Beschlüsse sind dabei eine Fortsetzung der Maßnahmen, die in Europa ergriffen werden, um die Energiesicherheit zu gewährleisten und die Energiewende voran zu bringen. Bereits im Mai vereinbarten die Regierungschefs der Nordsee-Staaten Deutschlands, Dänemarks, der Niederlande und Belgiens auf einem Gipfel in Esbjerg ebenfalls ambitionierte Ausbauziele und eine stärke Zusammenarbeit im Bereich Offshore-Wind. Weitere Maßnahmen dürften in den kommenden Wochen folgen.

Autor:
Katrin Radtke
Email:
presse@windmesse.de
Keywords:
Ostsee, Anrainer, Gipfel, Energiesicherheit, Beschluss, Zusammenarbeit, international, Europa, Deutschland, Dänemark, Bornholm, Energy Island
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Windpark, Offshore, Energiewende



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