2020-09-27
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Des einen Freud, des anderen Leid

Anfang November hat das Repräsentantenhaus seinen Vorschlag für eine Reform der Steuergesetze in den USA herausgegeben. Da auch die Windindustrie davon massiv betroffen ist, laufen Verbände und Unternehmen aus der Windbranche seither dagegen Sturm. Allerdings könnte die Reform auch Vorteile für Kleinwindanlagen mit sich bringen. Ein Hersteller freut sich daher besonders.

Das Capitol, Regierungssitz in den USA (Bild: Pixabay)Das Capitol, Regierungssitz in den USA (Bild: Pixabay)

Rolle rückwärts im Repräsentantenhaus

Im Dezember 2015 erzielte der US-Kongress eine überparteiliche Vereinbarung, um den PTC, der steuerliche Vergünstigungen für den Bau von Windenergieanlagen vorsieht, schrittweise über fünf Jahre hinweg auslaufen zu lassen. Die politische Sicherheit, die diese langfristige Vereinbarung mit sich brachte, hat daraufhin in den USA einen Boom in der Windbranche ausgelöst. Investitionen in Milliardenhöhe und die Schaffung von zehntausenden amerikanischen Jobs waren die Folge. Der Windsektor gehört heute zu den am schnellsten wachsende Industriebereichen der USA, was Arbeitsplätze angeht.

Doch Mitte November machte das Repräsentantenhaus eine Rolle rückwärts. Der vorgelegte Gesetzentwurf zur Steuerreform sieht tiefe Einschnitte in bestehende Vereinbarungen vor sowie neue, rückwirkende Regelungen, die dafür sorgen, dass viele Windprojekte in den USA ihre Steuervorteile verlieren.

Der amerikanische Verband AWEA kämpft seitdem gegen den Entwurf. Tom Kiernan, CEO der AWEA, kritisierte: „Der Entwurf zur Steuerreform des Repräsentantenhauses, weit davon entfernt ‚pro-business‘ zu sein, würde mehr als die Hälfte der in den USA geplanten neuen Windparks töten und einen der am schnellsten wachsenden Arbeitsmärkte des Landes untergraben." Mike Garland von Pattern Energy, einem der größten Projektierer in den USA, nannte den Entwurf eine "grausame und ungewöhnliche Bestrafung".

Großwind vs. Kleinwind

Allerdings gibt es auch andere Stimmen, denn des einen Leid ist bekanntlich des anderen Freud. So sieht vor allem ein Hersteller von Kleinwindanlagen seine Chance gekommen, die Windenergie in den USA künftig voranzubringen. Als Vorbild sollen die gerade hier populären PPA-Vereinbarungen zwischen großen Unternehmen und Energieversorgern dienen. Nun ist nicht jedes Unternehmen in der Lage, im Stil von Facebook den Strom eines ganzen Windparks abzunehmen. Für weniger große Unternehmen bietet sich stattdessen die Möglichkeit zur Installation einer Kleinwindanlage. Und dort setzt das Geschäftsmodell von CGE Energy an.

Die mit einer Vertikalchse ausgestattete WIND-e20®-Windkraftanlage wurde von dem Unternehmen aus Michigan speziell für die Energieerzeugung vor Ort konzipiert und kann an einem idealen Standort bis zu 65 kW Energie erzeugen. Dadurch können einzelne Geschäftsgebäude, kleine Unternehmen, Schulen oder kommunale Einrichtungen kostengünstig mit selbst erzeugtem Strom versorgt werden. Neben der geringen Höhe und modularen Bauweise sind der niedrige Geräuschpegel sowie ein vogel- und fledermausfreundliches Design weitere Vorteile gegenüber einer Großwindkraftanlage.

Die WIND-e20®-Windkraftanlage von CGE Energy (Bild: CGE Energy)

Die Vorteile der Turbine selbst liegen also auf der Hand. Und dazu passend kommt der Vorschlag des Repräsentantenhauses gerade richtig. Denn während die Steuervorteile der großen Anlagen massiv beschnitten werden sollen, würde die vorgeschlagene Regelung Steuergutschriften für Kleinwindprojekte wieder einführen.

Vorgesehen ist, dass die Steuergutschrift bis 2019 30 % beträgt, bis 2022 auf 10 % gesenkt und bis 2027 schrittweise abgeschafft werden soll. Das Geschäftsmodell von CGE ist zwar nicht auf Steuergutschriften angewiesen, aber die Unternehmensführung erhofft sich dadurch eine größere Wirkung ihres 'Sustain'-Programms für Energieeffizienz und erneuerbare Energien.

Geschäftsmodell ähnlich wie PPAs

Die Idee hinter Sustain ist ähnlich wie bei PPAs. Im Rahmen eines so genannten Energieeffizienzvertrages zahlt der Eigentümer die Verbesserungen in seiner Energieeffizienz durch Energieeinsparungen, ohne dass ihm dabei Vorlaufkosten entstehen. Das heißt u.a., dass die Kleinwindanlage installiert wird, ohne dass dem Betreiber im Vorfeld Kosten entstehen.

Erste Verträge hat das Unternehmen bereits in der Tasche: So hat das Team von CGE Energy umfassende Energieaudits bei drei öffentlichen Wohnungsbaubehörden (Public Housing Authorities, PHA) und 213 Wohnungen im gesamten Norden Michigans durchgeführt und entsprechende Maßnahmen definiert. Umgesetzt werden sollen nachhaltige Energiemaßnahmen wie die Modernisierung der LED-Beleuchtung, Sanitärinstallationen, Heizkessel, Warmwasserbereiter, Erdgas-Kraft-Wärme-Kopplung, Photovoltaik, verbesserte Energiemanagementsysteme sowie Infrastrukturreparaturen an einigen Standorten. Außerdem wurden die Standorte auch für die zukünftige Installation der Windkraftanlagen evaluiert.

Kim Johnson, Exekutivdirektor der Mount Pleasant Housing Commission, zeigt sich von den Projekten begeistert: „Die Herangehensweise von CGE Energy an diese Verbesserungen und die pädagogischen Elemente, die sie in ihre Projekte einfließen lassen, werden diese Zusammenarbeit zu etwas machen, auf das wir alle stolz sein können. Die Einsparungen, die unsere Agenturen realisieren werden, decken die Schulden für die Upgrades und geben auch den Gewinn zurück in unsere Betriebsbudgets."

Da der US-Senat mittlerweile einen weiteren Gesetzentwurf vorgelegt hat, der sich größtenteils an die alten Richtlinien hält, dürfte der große Run auf Kleinwindanlagen in den USA wohl ausbleiben. Eine Alternative für den Klimaschutz sind sie aber allemal.

Autor:
Katrin Radtke
Email:
presse@windmesse.de
Keywords:
USA, Repräsentantenhaus, Gesetzentwurf, PTC, CGE Energy, Kleinwind
Windenergie Wiki:
Windpark, Turbine



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