2020-02-25
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DNR sieht Entwicklungsarbeit durch erneuerbare Energien im "Auf-Wind"

Windmühlen als Symbol kreativer und globaler Problemlösungen

Jenseits der Diskussion über die Vor- und Nachteile der Windkraft haben unterschiedlichste Gruppen für sich einen weiteren Wert von erneuerbaren Energien entdeckt: Sie investieren den Ertrag in den Aufbau einer nachhaltigen Energieversorgung in den Ländern des Südens oder leisten damit einen Beitrag zur Armutsbekämpfung. Der Deutsche Naturschutzring (DNR) hat jetzt im Rahmen seiner Kampagne "Wind ist Kraft" Initiativen, die mit Hilfe der Windkraft neue soziale und ökologische Projekte anschieben, in Freiburg zusammengebracht und deren Arbeit vorgestellt.

"Bürokratie gibt es bei uns auch, dennoch dürfen wir unsere Windräder überall errichten", erzählt Sabur Achtari aus Afghanistan den Gästen des DNR in der Freiburger Ökostation. Afghanische Windräder haben allerdings nur eine Leistung von 100 Watt. Ihr Strom treibt einfachste Haushaltsgeräte an und erledigt tägliche Arbeiten in Minuten, die früher Stunden schwerster Handarbeit bedeuteten. Denn nur 6 % der Bevölkerung Afghanistans haben Zugang zu elektrischem Strom. Nun soll eine weitere Fabrik gebaut werden, um die steigende Nachfrage zu befriedigen - finanziert von S-N-O-W e.V. aus Münster durch Erträge aus Photovoltaik und Windenergie, die in Deutschland erwirtschaftet werden.

"Die Leute bekommen von uns nichts geschenkt. Wir geben ihnen einen Kleinstkredit. Damit kaufen sie unseren Solarkoffer. Da sie ihre Akkumulatoren damit immer wieder aufladen können, sparen sie den Kauf teurer Einmalbatterien. Bereits nach einem Jahr wird der Kredit über die eingesparten Kosten zurückgezahlt, und wir können das Geld an die nächste Familie verleihen". Was wie die wundersame Vermehrung von Geld klingt, ist das Projekt des Vereins "Schöpfung nachhaltig bewahren", über das Konrad Fleig berichtet.

Aber die erneuerbaren Energien machen nicht nur das Leben leichter, sondern bringen die Menschen auch weiter. Frauen, die von schwerer körperlicher Arbeit entlastet sind, Kinder, die nicht mehr stundenlang Feuerholz sammeln müssen, können sich weiterbilden, andere Verdienstmöglichkeiten nutzen und werden seltener krank. Das ist jedenfalls die Erfahrung, die Bernhard Walter von "Brot für die Welt" gemacht hat. Zukünftig will die Organisation noch stärker mit Frauengruppen zusammenarbeiten, da die Frauen in den betroffenen Ländern die eigentlichen Trägerinnen der technischen Entwicklung sind.

Das Ergebnis der DNR-Veranstaltung zeigt aber auch, dass es nicht ausreicht, Kleinsttechnologie weltweit verfügbar zu machen. Der von den wenigen reichen Industrienationen eingeleitete Klimawandel trifft die Armen dieser Welt besonders hart. "Wir müssen uns unserer Verantwortung bewusst werden und die Verschwendung von Energie stoppen", appelliert deshalb Günter Ratzbor, der Leiter der DNR-Kampagne "Umwelt- und naturverträgliche Nutzung der Windenergie an Land". Für eine CO2-freie Produktion von Strom, so erklärt er, gebe es viele Möglichkeiten, die mit Augenmaß auch in Baden genutzt werden sollten. "Selbst wenn es hier manchmal mehr bürokratische Hemmnisse als in Afghanistan gibt."

Fazit der DNR-Veranstaltung: Um nicht nur global zu denken, sondern auch global zu handeln, wollen die Gruppen jetzt verstärkt zusammenarbeiten.
Quelle:
Deutscher Naturschutzring (DNR)
Autor:
Günter Ratzbor
Email:
g.ratzbor@schmal-ratzbor.de







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