2019-10-20
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Mit Volldampf in den Klimawandel

Gemeinsam in den Untergang: Wie Big Oil, Big Tech und Big Banks zusammen den Klimawandel weiter anheizen

Bild: PixabayBild: Pixabay

Wenn Großkonzerne im Spiel sind, geht es meist um große Summen. So auch in diesem Fall: Kürzlich erregte ein Bericht der britischen Organisation InfluenceMap großes Aufsehen. In ihrem Bericht wirft die Organisation den fünf weltgrößten börsennotierten Öl- und Gasfirmen ExxonMobil, Royal Dutch Shell, Chevron, BP und Total vor, mehr als 1 Milliarde Dollar in Aktionärsfonds investiert zu haben, die für irreführendes klimabezogenes Branding und Lobbying sorgen sprich das Ziel haben, den Klimawandel klein zu reden bzw. zu leugnen. Diese Summe soll allein in den knapp drei Jahren seit Abschluss des Pariser Klimaabkommens Ende 2015 geflossen sein.

Inwiefern diese Zahl tatsächlich stimmt, lässt sich nur schwer überprüfen, denn natürlich haben die genannten Unternehmen kein großes Interesse daran, solche Investitionen öffentlich zu machen. InfluenceMap muss daher auf "am besten verfügbare" Informationen zurückgreifen – was durchaus Kritik an der Methodik zulässt.

Entsprechend deutlich fiel die Reaktion der betroffenen Unternehmen aus, die diese Zahlen ins Reich der Fantasie verwiesen. Allerdings dürfte darin sehr wohl ein Funken Wahrheit stecken, wie die auf saubere Energien spezialisierte Webseite CleanTechnica anführt. Ein wichtiger Unterschied der Narrative liegt zwischen der Unterscheidung des globalen Energiemixes versus dem globalen Strommix – auf dem die genannten Unternehmen tatsächlich Fortschritte gemacht haben. Gerade im Bereich der Windindustrie sind einige der genannten Großkonzerne tätig. Dass sie auch weiterhin Öl und Gas fördern, sei allein dem globalen Energieverbrauch geschuldet, der auch andere Sektoren wie Wärme und Verkehr umfasst, so der Tenor der Konzerne.

Ähnliche Spitzfindigkeiten kann man neben den Ölkonzernen auch der IT-Branche vorwerfen, die gerne damit wirbt, dass ihre Rechenzentren und Dienste mittlerweile mit Grünstrom betrieben werden. Aber auch bei Google, Microsoft und Co ist das natürlich nur die halbe Wahrheit, wie jüngst eine Untersuchung des amerikanischen Blogs Gizmodo zeigte. Die großen Technologieunternehmen schließen sich derzeit immer häufiger mit Öl-Giganten zusammen, um Automatisierungs-, KI- und große Datendienste zur Verbesserung der Ölförderung und -produktion zur Verfügung zu stellen.

Google ist nach eigenen Angaben weltweit der größte Abnehmer von erneuerbaren Energien im Unternehmensbereich (Grafik: Google)

Diese Geschäfte laufen nicht im Geheimen ab, sondern werden offen von Fachzeitschriften und Wirtschaftsabteilungen verkündet. Doch bislang hat die Öffentlichkeit von der guten Zusammenarbeit zwischen ‚Big Oil‘ und ‚Big Tech‘ kaum Notiz genommen.

„Es ist in der Tat beunruhigend zu sehen, wie die Technologieindustrie dazu beiträgt, die Zivilisation wieder in das fossile Zeitalter zurückzubringen, obwohl sie angeblich Spitzentechnologie ist, die uns in die Zukunft führen soll“, betont Dr. Michael Mann, Professor für Atmosphärenkunde an der Penn State. „Es spricht letztendlich für die Amoralität der Unternehmensinteressen.“

Nahtlos in diese Reihe passen auch die Finanzinstitute, die ebenfalls viel Geld für schmutzige Energie ausgeben. Ein aktueller Bericht des Rainforest Action Network zusammen mit anderen Organisationen zeigt, dass 33 global agierende Banken seit der Annahme des Pariser Klimaabkommens Unternehmen 1,9 Billionen Dollar  für fossile Brennstoffe bereitgestellt haben. Von diesen 1,9 Billionen Dollar insgesamt gingen 600 Milliarden Dollar an 100 Unternehmen, die die fossilen Brennstoffe am aggressivsten ausbauen.

Der Bericht mit dem Titel ‚Banking on Climate Change 2019‘ ist der zehnte jährliche Bericht über fossile Brennstoffe und die erste Analyse der Finanzierung der weltweit größten Privatbanken für den gesamten Sektor der fossilen Brennstoffe. Demnach sind die vier größten globalen Banker von fossilen Brennstoffen alles US-Banken - JPMorgan Chase, Wells Fargo, Citi und Bank of America. Barclays of England, Mitsubishi UFJ Financial Group (MUFG) aus Japan und die RBC aus Kanada sind ebenfalls massive Geldgeber in diesem Sektor.

Alison Kirsch, führende Forscherin für Klima und Energie im Rainforest Action Network, kritisiert dieses Gebahren scharf: „Beunruhigend ist eine Untertreibung. Dieser Bericht bedeutet höchste Alarmstufe. Der massive Umfang, in dem globale Banken weiterhin Milliarden von Dollar in fossile Brennstoffe pumpen, ist mit einer lebenswerten Zukunft völlig unvereinbar. Es ist eine Beleidigung für die Logik, die Wissenschaft und die Menschheit, dass die Finanzierung fossiler Brennstoffe seit dem bahnbrechenden Pariser Klimaabkommen weiter steigt. Wenn die Banken ihre Unterstützung für schmutzige Energie nicht schnell auslaufen lassen, ist der planetarische Zusammenbruch durch den vom Menschen verursachten Klimawandel nicht nur wahrscheinlich, sondern droht wahr zu werden.“

Big Money, Big Oil und Big Tech – zumindest auf einem Gebiet sind sich alle einig.

Autor:
Katrin Radtke
Email:
presse@windmesse.de
Keywords:
Öl, Gas, Wind, Klimawandel, Pariser Klimaabkommen, USA, Bank, Finanzen, Amazon, Google, Microfoft



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