2017-10-24
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TU Berlin: Grünes Energiezentrum für den Iran

TU-Wissenschaftler unterstützen das Land beim Aufbau eines Marktes für erneuerbare Energien durch Aus- und Weiterbildung an der Universität und in der beruflichen Bildung

Nahezu der gesamte Strom im Iran wurde 2015 durch das Verbrennen von Erdgas (66 Prozent) und Erdöl (26 Prozent) erzeugt. Erneuerbare Energien und das Thema Energieeffizienz spielen in dem Land bislang kaum eine Rolle. „Aber es gibt riesige Potenziale, diese zu nutzen, und die Energieeffizienz zu steigern“, sagt Prof. Dr. Hans-Liudger Dienel, Leiter des Fachgebietes Arbeitslehre/Technik und Partizipation. Mit seinem Projekt „Green Energy Center of Iran – Enabling Climate Mitigation through Capacity Development” soll dem Iran durch Fort- und Weiterbildung dabei geholfen werden, seine Ressourcen für erneuerbare Energien zu erschließen und ein effizientes Energieversorgungssystem aufzubauen, um auch im Iran Ausstoß klimaschädlicher Gase zu senken.

„Einer der Gründe, weshalb Photovoltaik und Windenergie im Iran bislang nicht genutzt werden, liegt im fehlenden Know-how auf allen Gebieten und bei allen Akteuren entlang der gesamten Wertschöpfungskette, insbesondere den praktischen Kompetenzen bei Installation und Betrieb“, sagt Hans-Liudger Dienel. Ziel des Projektes ist es deshalb, dieses Wissen aufzubauen und den Iran in die Lage zu versetzen, die entsprechenden benötigten Fachkräfte künftig selbst auszubilden. Der Know-how-Transfer soll unter anderem dadurch geschehen, dass TU-Wissenschaftler Gastvorlesungen halten und iranische Studiengänge analysieren und bewerten, um die Themen in die Studienprogramme zu integrieren und lehren zu können. Im öffentlichen, privaten, akademischen sowie im Finanzsektor werden Weiterbildungen durchgeführt. Die TU Berlin berät bei der Entwicklung von qualitätssichernden Systemen für die berufliche Weiterbildung und bereitet den Aufbau eines grünen Energiezentrums in Iran vor. Dieses „Green Energy Center of Iran“ ist als dezentrale Weiterbildungseinrichtung für den akademischen, öffentlichen, privaten und Finanzsektor gedacht. „Alle Aktivitäten des Forschungsvorhabens zielen darauf ab, entweder durch kurzfristigen Know-how-Transfer oder Kapazitätsentwicklung im Aus- und Weiterbildungsbereich den Iran zu unterstützen unter anderem nachhaltige Trainingsstrukturen selbst umzusetzen und gute Rahmenbedingungen für privatwirtschaftliches Engagement zu etablieren“, so Hans-Liudger Dienel.

Das Land selbst ist an der Marktentwicklung für erneuerbare Energien und Energieeffizienz interessiert. Das iranische Energieministerium sieht im Projekt die Möglichkeit, Arbeitsplätze zu schaffen, die Umweltverschmutzung besonders in den Megacitys und den Ballungsgebieten wie Teheran zu minimieren, die Stromerzeugung zu diversifizieren, Energiesicherheit zu gewährleisten und höhere Einnahmen durch den Export fossiler Ressourcen zur erzielen, anstatt Gas und Öl für den eigenen Energiebedarf zu verbrauchen.

Das Projekt wird im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative IKI des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit mit 1,5 Millionen Euro über drei Jahre bis 2020 gefördert. Partner in Deutschland ist die Renewables Academy RENAC AG, die mit der TU Berlin auch im Studiengang Global Production Engineering kooperiert. Im Iran sind neben anderen das Energieministerium, die Organisationen für erneuerbare Energie und Energieeffizienz und die Universität Teheran beteiligt.
 

Quelle:
TU Berlin
Autor:
Stefanie Terp
Link:
www.tu-berlin.de
Keywords:
Iran, Energiewende, erneuerbare Energien





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