2017-08-20
http://w3.windmesse.de/windenergie/pm/25191-lee-nrw-ausschreibung-nrw-onshore-deckel

Meldung von Landesverband Erneuerbare Energien NRW e.V.


Bürgerenergie großer Gewinner bei erster Ausschreibung Windenergie an Land

Bei der ersten Auktionsrunde für die Windenergie an Land waren aus NRW neun Gebote mit einem Volumen von knapp 97 Megawatt erfolgreich. Die deutlich überzeichnete Ausschreibung bestätigt Kritik der Branche am Ausbaudeckel.

Bild: LEE NRWBild: LEE NRW

In der ersten Runde des neu eingeführten Ausschreibungssystems für die Windenergie an Land waren Bürgerenergieprojekte mit einem erfolgreichen Gebotsanteil von 93 Prozent fast die alleinigen Gewinner. Aus Nordrhein-Westfalen konnten sich neun Gebote mit rund 97 Megawatt (MW) (rund 27 Anlagen) durchsetzen. Bundesweit hatten sich Windenergieprojekte mit fast 2.140 MW Gesamtleistung um einen Zuschlag für die ausgeschriebenen 800 MW bemüht.

„Für die Windenergie in Nordrhein-Westfalen ist das Ergebnis der ersten Ausschreibungsrunde nicht zufriedenstellend. Würde sich die Zuschlagsquote so fortsetzen, käme dies ab 2019 einer Halbierung des letztjährigen Ausbaus in NRW gleich. Dagegen bestätigt die zweieinhalbfache Überzeichnung einmal mehr, dass die Energiewende deutlich schneller vollzogen werden könnte. Gerade wenn wir künftig mehr umweltfreundlichen Strom für die E-Mobilität und Wärmelösungen benötigen, muss es nach der Bundestagswahl eine deutliche Anhebung der Auktionsmengen geben“, sagte Dipl. Ing. Reiner Priggen, Vorsitzender des Landesverbandes Erneuerbare Energien NRW (LEE NRW), zu den Ergebnissen.

Der Verbandsvorsitzende fordert auch die künftige NRW-Landesregierung auf, sich für die Windenergie einzusetzen, damit diese als Job-Motor und Garant für regionale Wertschöpfung in NRW weiter gestärkt werde. Diesbezüglich könne auch nicht mehr das Gegenargument von angeblich überhöhten Kosten angeführt werden. So spiegele der durchschnittliche Zuschlagspreis von unter sechs Cent je Kilowattstunde wider, dass die ohnehin schon günstige Windenergie an Land auf der nächsten Entwicklungsstufe angekommen sei.

Zudem scheine Eines in jedem Fall mit dem neuen Ausschreibungsdesign gelungen: der Schutz der Bürgerenergie. Die Vorgaben für diese Akteursgruppe seien offenbar derart gut gefasst, dass nahezu keine anderen Gebote mehr eine Chance besäßen. Dafür dürften zwei Punkte ausschlaggebend sein: Bürgerenergieprojekte könnten ohne gültige Genehmigung an der Ausschreibung teilnehmen und hätten zudem nach dem Zuschlag vier Jahre Zeit für die Projektumsetzung. Hingegen müssten gewöhnliche Bieter Projekte mit einer vorliegenden Genehmigung innerhalb von zwei Jahren umsetzen. Dies gäbe Bürgerwindakteuren die Möglichkeit, mit der nächsten und effizienteren Anlagentechnologie, die noch nicht am Markt verfügbar ist, in die Gebotsabgabe zu gehen.

Aus Sicht des Verbandes sei ein hoher Bürgerenergieanteil absolut zu begrüßen. Allerdings führe dieser jetzt auch zu der Situation, dass nahezu alle bereits genehmigten Windenergieprojekte anderer Akteure – mit fast 1000 MW Gesamtleistung – in die nächste Ausschreibungsrunde gehen müssten. Dies erhöhe die Gefahr eines Markteinbruchs im Jahr 2019 und konterkariere das Ziel eines möglichst konstanten Ausbaupfades.

Quelle:
LEE NRW
Autor:
Pressestelle
Link:
www.lee-nrw.de
Keywords:
LEE NRW, Ausschreibung, NRW, onshore, Deckel
Windenergie Wiki:
MW, Megawatt, Energiewende





Meldung von Landesverband Erneuerbare Energien NRW e.V.

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