2017-12-16
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Meldung von Bundesverband WindEnergie e.V. (BWE)

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Guter Zubau der Windenergie in Südwestfalen im Jahr 2016 droht ausgebremst zu werden

Der Ausbau der Windenergie konnte in Südwestfalen im Jahr 2016 deutlich zu den vorhergehenden Jahren gesteigert werden. Lagen die Werte für neu installierte Windenergieleistung in den letzten drei Jahren zwischen 24 und 26 Megawatt (MW) so konnte 2016 mit 44,6 MW die Ausbauleistung fast verdoppelt werden.

Bild: Mikhail KapychkaBild: Mikhail Kapychka

„Die Verdoppelung der viel zu geringen Ausbauleistung ist aber kein Grund zu jubeln!“ ordnet Thomas Hachmann, Vorsitzender des Bundesverbands WindEnergie im Regionalverband Südwestfalen, die aktuelle Entwicklung ein. „Um die Ziele der Bundes- und Landesregierung zum Klimaschutzabkommen von Paris erfüllen zu können, müssten in Südwestfalen jährlich Windenergieanlagen mit ca. 200 MW Leistung hinzugebaut werden. Davon sind wir noch weit entfernt“, so Thomas Hachmann weiter.

Der Ausbau der Windenergie in Südwestfalen hat in 2016 nur im Kreis Soest (27,5 MW) und dem östlichen Hochsauerlandkreis (17,1 MW) stattgefunden. In allen anderen Kreisen herrscht mal wieder Baustillstand.

Für 2017 werden noch mal mindestens so hohe Ausbauwerte wie im Jahr 2016 erwartet, da noch viele Projekte die Übergangsphase zum Ausschreibungssystem nutzen werden. Allein im HSK wurden im Dezember 2016 noch 23 Windenergieanlagen (WEA) genehmigt, die diese Übergangsphase nutzen können und wegen der massiven Senkung der Einspeisevergütung in 2017 möglichst schnell realisiert werden sollten. In Südwestfalen liegen laut Anlageregister der Bundesnetzagentur insgesamt noch Baugenehmigungen für 64 Windenergieanlagen mit ca. 180 MW Leistung vor, die vor dem 31.12.2016 genehmigt worden sind und bis zum 31.12.2018 in Betrieb genommen werden müssen, um nicht unter das neue Ausschreibungsverfahren zu fallen.

Wie der Windenergieausbau in den folgenden Jahren aussehen könnte ist sehr ungewiss. 2018 werden wohl noch einige WEA nach der Übergangsregelung realisiert werden. Das Volumen wird stark von der Höhe Einspeisevergütung abhängig sein, die Anfang 2018 bereits unter 7,5 ct/kWh gefallen sein wird. Im Januar und Februar 2017 sind es noch 8,38 ct/kWh.

Ab 2019 müssen dann alle WEA mit mehr als 750 kW installierter Leistung, die in Südwestfalen an das Stromnetz angeschlossen werden sollen, an einem Ausschreibungsverfahren für WEA an Land teilnehmen. Über das Ausschreibungsvolumen wird der jährliche bundesweite Ausbau auf maximal 2.800 MW beschränkt. Zurückgebaute Anlagenkapazitäten können nicht zusätzlich ausgeglichen werden.

Um dann die jährlich benötigen 200 MW Windenergieleistung in Südwestfalen installieren zu können, müsste die Region fast 7% des Ausschreibungsvolumens gewinnen. Ganz NRW hatte in 2016 einen Anteil von 12,2% des bundesweiten Ausbauvolumens.

Realistisch ist es also nicht, dass Südwestfalen unter den jetzigen Bedingungen, den für die Klimaschutzziele erforderlichen Windenergieausbau leisten kann. Erschwerend kommt hinzu, dass ab 2020 etwa 35 – 45 MW Windenergieleistung jährlich durch den Rückbau alter WEA wegfällt, wenn bis dahin der Strombörsenpreis im Grenzkostenmarkt nicht auf einen sinnvollen Wert von 4-5 ct/kWh gestiegen ist.

Quelle:
BWE
Autor:
Pressestelle
Link:
www.wind-energie.de
Keywords:
BWE, Regionalverband, Südwestfalen, Ausbau
Windenergie Wiki:
WEA, MW, Megawatt





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