2017-10-18
http://w3.windmesse.de/windenergie/pm/13056-personliche-personen-steighilfe

Persönliche (Personen) – Steighilfe

Noch für lange Zeit werden Windenergieanlagen ohne Personenaufzug in Betrieb sein. Zumindest die Binnenlandanlagen werden eine lange Betriebszeit haben, bis sie durch neuere Anlagen ersetzt werden - ein Fachartikel des Windmesse Technik-Symposiums 2012

Nicht nur ältere Mitarbeiter sind für Erleichterungen beim Aufstieg in der Windenergieanlage dankbar. Noch dazu ist der Aufstieg an einer senkrechten Leiter für Menschen ergonomisch ungünstig. Durch die erhebliche körperliche Anstrengung bei einem zügigen Aufstieg an einer 100 m hohen Leiter sind in der Regel Erholungspausen von 10 – 15 Minuten notwendig.

Statistisch ist belegt, dass Windenergieanlagen mit Aufzug eine höhere Verfügbarkeit haben als Windenergieanlagen ohne Aufzug, so dass der Aufzug nicht nur der Bequemlichkeit dient. In der Praxis zeigt sich, dass gerade kurz vor Arbeitsende die Bereitschaft bis in die Gondel hinauf zu steigen deutlich größer ist, wenn dies weniger anstrengend ist. Sonst kommt es leicht zu zusätzlichen 16 Std. Anlagenstillstand in der Nacht. Dies entspricht bereits 0,183% der Jahresverfügbarkeit. Bei einer Anlage mit einem Jahresertrag von 1 000 000 kWh sind dies etwa 170 EUR. Hinzu kommt, dass die Bereitschaft etwas Vergessenes zu holen deutlich höher ist und dadurch die Neigung zur Improvisation sinkt, die Qualität der Arbeit steigt. Eine komplette Befahranlage mit Kabine etc. in ältere Anlagen nachzurüsten ist häufig nicht sinnvoll.

Als preisgünstige Alternative zur Nachrüstung mit einer Befahranlage wurde deshalb eine Steighilfe entwickelt.

Dazu wird als einziger Zusatz im Turm lediglich ein Seil angebracht. Dieses Seil hängt dann von der Gondel bis zum Turmfuß vor der bereits vorhandenen Leiter.

Die Steighilfe wird in das Seil eingehängt und am Steiggeschirr des Aufsteigenden befestigt. Mit bis zu 700 N wird der Steigende nun von der Steighilfe nach oben gezogen. Dies entspricht einer Gewichtskraft von rund 70 kg Körpergewicht. Ein ausgerüsteter Monteur (90 kg) muss also lediglich 20 kg Gewicht mit eigener Kraft nach oben bewegen.

 

Ziele der Entwicklung:

  • Kosten für das Gerät sehr niedrig halten, um die Bereitschaft zur Investition zu steigern
  • Sehr leichtes und handliches Gerät
  • Einfache Bedienung
  • Sicheres Gerät
  • Nicht an ein Leitersystem gebundenes Gerät

Realisierung:

  • Eine Steighilfe pro Person (persönliche Steighilfe)
  • Ein preiswertes Seil pro Turm
  • Integration der Steighilfe in die bestehende Fallschutzsicherung (nicht ohne Fallschutzeinrichtung zu verwenden)
  • Zugkraft der Steighilfe ist einstellbar und auf max. 700 N begrenzt. Bei höherer Belastung bleibt das Gerät stehen und läuft weiter, wenn die Last sinkt, weil die Person selbst steigt
  • Angenehme Steiggeschwindigkeit

  1.  persönliche (Personen) – Steighilfe
  2. Steigseil
  3. in der Windenergieanlage vorhandene Leiter
  4. Gurt der persönlichen Schutzeinrichtung
  5. zum Leitersystem passende Fallschutzsicherung (Läufer)  

 

Quelle:
Ingenieurbüro Frey
Autor:
Dr. Dietmar Frey
Email:
dieter.frey@ing-buero-frey.de
Link:
www.ing-buero-frey.de





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