2017-11-18
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Peak erreicht: Energiebedarf flacht ab 2030 ab

Der erste Energiewende-Ausblick von DNV GL sagt zwar voraus, dass der Energiebedarf der Welt ab 2030 abflachen wird, trotzdem besteht weiterhin Anlass zur Sorge, denn das Zwei-Grad-Ziel wird deutlich verfehlt.

Bilder: DNV GLBilder: DNV GL

Erstmals hat der norwegische Zertifizierer DNV GL in dieser Woche mit dem „Energy Transition Outlook“ seinen Ausblick über die kommenden Stufen der Energiewende veröffentlicht. Da das Unternehmen sowohl im Bereich der erneuerbaren Energien als auch in der Erdöl- und Erdgasindustrie aktiv ist, sieht man sich dafür prädestiniert, eine ausgewogene und neutrale Analyse der Energiewende durchzuführen. „Als Unternehmen sind wir den radikalen Veränderungen, die sämtliche Teile der Energie-Wertschöpfungskette betreffen, stark ausgesetzt. Es ist für unsere Kunden und uns selbst von größter Bedeutung, dass wir die Art und das Tempo dieser Veränderungen verstehen“, erklärte Remi Eriksen, Präsident und CEO von DNV GL, bei der Vorstellung des Berichts in London.

Die Ergebnisse machen deutlich, dass die Menschheit auf einen Peak im Energiebedarf hinsteuert: Dank der schnellen Elektrifizierung der weltweiten Energiesysteme gelingt die Optimierung der Energieeffizienz schneller, als die globale Wirtschaft wachsen kann, weshalb der Energiebedarf ab 2030 abflacht.

Stommix wird weniger vielfältig

Der Strommix im Jahr 2050 wird ebenfalls anders aussehen als heute, denn nur noch wenige Energieträger bestimmen die Stromversorgung: Der Anteil der erneuerbaren Energien wird kontinuierlich weiter wachsen und bis zum Jahr 2050 knapp die Hälfte am Strommix ausmachen. Die andere Hälfte wird dagegen von Erdgas gestellt, das spätestens 2034 Öl als wichtigste fossile Energiequelle überholt. Das einstmals als „schwarzes Gold“ betitelte Öl wird ebenso wie Atomstrom bereits in den kommenden 10 bis 15 Jahren stark an Bedeutung verlieren. Die Nutzung von Kohle hat ihren Peak bereits überschritten und spielt zukünftig keine Rolle mehr.

Verkehrssektor sorgt für Ölniedergang

Einen großen Anteil am Niedergang des Öls wird der Verkehrssektor haben, der zukünftig von Elektroautos bestimmt wird: Elektrofahrzeuge werden bereits 2022 die Kostenparität mit Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor erreichen und dafür sorgen, dass 2033 die Hälfte der weltweit verkauften neuen PKW und leichten Nutzfahrzeuge Elektrofahrzeuge sein werden. „Letztlich werden die Fähigkeit zur Innovation und die Bereitschaft zu raschem Agieren bestimmen, wer in der Lage sein wird, in dieser völlig neuen Energielandschaft konkurrenzfähig zu bleiben“, warnt Eriksen. Das aktuelle Beispiel von Deutschland zeigt, dass die Automobilkonzerne hier über viele Jahre den Trend verschlafen haben und nun verzweifelt versuchen, ihre Marktanteile für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor irgendwie über die Zeit zu retten. Andere Länder machen allerdings schon lange vor, dass es auch anders geht.

Erneuerbare werden noch günstiger

Photovoltaik und Windenergie werden zukünftig noch günstiger: DNV GL sieht voraus, dass sie ihr Preis-Leistungsverhältnis auch weiterhin verbessern können, da sie noch immer vom Lernkurveneffekt profitieren. Ein Preisverfall von 18 % bzw. 16 % ist daher wahrscheinlich. Trotzdem reicht das nicht, um dafür zu sorgen, dass die Klimaschutzziele vom Pariser Abkommen eingehalten werden.

Zwei Grad sind nicht machbar

Eindringlich wird darauf hingewiesen, dass es derzeit so aussieht, dass die Klimaschutzziele, die von der Weltgemeinschaft im Pariser Klimaabkommen festgelegt wurden, nicht erreicht werden können. Vor allem das Zwei-Grad-Ziel, das durch eine Reduzierung der CO2-Emissionen zu schaffen ist, wird um 0,5 Grad verfehlt. „Trotz des abflachenden Energiebedarfs und der Halbierung der Emissionen deutet unser Modell noch immer auf eine signifikante Überschreitung des 2 Grad-CO2-Fußabdrucks hin. Dies sollte ein Alarmsignal für die Regierung und Entscheidungsträger der Energiewirtschaft sein. Die Branche hat bereits mutige Schritte gesetzt, muss jetzt aber noch energischer voranschreiten“, sagt Eriksen.

Mithilfe von Wirtschaft und Politik gefordert

„Bis 2050 wird der Stromanteil des Energiebedarfs von 18% auf 40% ansteigen, doch ist diese Umwandlung nicht schnell genug. Die Beschleunigung des Umstiegs auf Strom in den Bereichen wie Verkehr und Wärme wird eine wichtige Maßnahme sein, um auf die Bremse bei der globalen Erwärmung zu treten. Die Klimaproblematik ist keine technische Herausforderung, sondern eine der politischen Steuerung. Wir rufen daher alle Wirtschaftsunternehmen dazu auf, die Elektrifizierung ihrer Operationen zu maximieren“, apelliert Ditlev Engel, CEO bei DNV GL-Energy, auch an die Wirtschaft.

Nur wenn alle an einem Strang ziehen, ist es möglich, die Energiesysteme noch schnell genug umzuwandeln, um vielleicht doch noch rechtzeitig den Schalter umzulegen.

  • Hier den kompletten Bericht herunterladen.
Autor:
Katrin Radtke
Email:
presse@windmesse.de
Keywords:
DNV GL, Energiewende, Sektorkopplung, Verkehr, Wärme, Windenergie



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