2017-11-17
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Preissturz: Offshore-Windenergie wird immer günstiger

Eine Senkung der Kosten von 40 bis 50 Prozent versprach die Offshore-Windbranche noch vor einigen Jahren, auch um die Politik zufrieden zu stellen, die angesichts der horrenden Baukosten und immer wieder auftauchenden Problemen mit der Technik Angst vor dem wachsenden Unmut der Bevölkerung gegenüber den Mammut-Projekten bekam. Und die Branche lieferte. Durch einen steigenden Grad an Industrialisierung und höheren Produktionszahlen konnten die Kosten signifikant gesenkt werden.

Bild: WikimediaBild: Wikimedia

Mittlerweile macht sich das auch bei den Preisen für Offshore-Windstrom bemerkbar. Immer neue Tiefstwerte werden erreicht, wie bei der letzten Ausschreibung in den Niederlanden. Dort wurde der Zuschlag bei der Ausschreibung für die Gebiete Borssele III und IV Anfang dieser Woche an ein Konsortium bestehend aus dem Öl-Konzern Shell, Energieversorger Eneco und Van Oord erteilt. Das Konsortium gewann die Ausschreibung mit einem Angebotspreis von nur 5,45 Cent pro Kilowattstunde (kWh), was ein neuer Rekord in den Niederlanden ist, wie Wirtschaftsminister Henk Kamp stolz verkündete: „Ein neuer Preis-Durchbruch.“ Und selbst Greenpeace war beeindruckt: „Spektakulär!“

Im Sommer hatte der dänische Energiekonzern DONG Energy die ersten beiden Gebiete von Borssele noch für einen Preis von 7,27 Cent pro kWh erhalten – was zu diesem Zeitpunkt ebenfalls einen Rekord darstellte. Inzwischen hat sich die Preisspirale jedoch kräftig gedreht und aus anderen Regionen Europas konnten neue Tiefstwerte vermelden werden.

Anfang November setzte Dänemark neue Maßstäbe: Dort erhielt der schwedische Energieversorger Vattenfall den Zuschlag für das Kriegers Flak-Projekt in der Ostsee für 4,99 Cent pro kWh, was bis heute der niedrigste Wert für Offshore-Wind weltweit ist. Laut Kamp haben es die Schweden bei dem Projekt allerdings leichter, da es dichter an der Küste liegt und der Meeresboden dadurch etwa 20 m flacher ist.

Weitere Gründe für die niedrigen Preise sind zum einen im Moment besonders niedrige Zinsen, die dafür sorgen, dass die Mammut-Projekte insgesamt günstiger gebaut werden können. Aber auch immer neue Innovationen sowie der harte Preiskampf der Turbinenhersteller schlägt sich positiv auf den Preis nieder. In Europa konkurrieren unter anderem Weltmarktführer Siemens, Senvion und MHI Vestas miteinander.

Auch die Amerikaner wollen mittlerweile ein Stück vom Kuchen. So hat sich General Electric kürzlich durch die Übernahme von Alstom ebenfalls eine Offshore-Turbine gesichert und möchte damit zunächst in Europa um Marktanteile kämpfen.

In der US-Heimat ist der Offshore-Markt dagegen gerade erst am Entstehen. Als großer Meilenstein konnte immerhin diese Woche verkündet werden, dass der erste US-Offshore-Windpark Block Island am Netz ist und Strom produziert. Allerdings sind die Ausmaße dieses Parks verglichen mit europäischen Offshore-Kraftwerken noch sehr klein und erinnern eher an die Anfangsphase vor 10 bis 15 Jahren. Gerade einmal 17.000 Haushalte können mit dem Strom der fünf Turbinen versorgt werden, während die großen Projekte in Europa teilweise bis zu einer Million Haushalte mit Strom beliefern.

Die geringen Preise lassen auch die Politik erleichtert aufatmen. So denkt man in den Niederlanden sogar schon daran, die Subventionen für Offshore-Wind in den kommenden 10 Jahren komplett aufzugeben, wie Minister Kamp andeutet: "Wenn sich der Strompreis weiter so entwickelt, wie wir erwarten, benötigen wir in 7,5 Jahren keine Zuschüsse mehr für die Produktion von Strom aus Offshore-Windparks. Das bringt das Ziel der Regierung in Reichweite, dass erneuerbare Energien mit fossilen Brennstoffen ohne Subventionen konkurrieren können."

Autor:
Katrin Radtke
Email:
kr@windmesse.de
Keywords:
Niederlande, Dänemark, Shell, Vattenfall, GE, Senvion, Windenergie, Windkraft, Offshore-Windenergie
Windenergie Wiki:
Windpark, Turbine, Offshore



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