2017-07-21
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Nachlese zur Windmesse in Polen - Eine Branche wird abgeschafft

Windbranche im Fadenkreuz

„Wer seit zwanzig Jahren international in der Windenergie aktiv ist, war schon oft Irrungen und Wirrungen ausgesetzt, die von Gesetzgebern verursacht wurden - aber was gerade hier in Polen läuft, ist einmalig.“ Joachim Binotsch, Geschäftsführer des Ingenieurbüros BBB Umwelttechnik GmbH ist nach der Informationsveranstaltung zu den geplanten Neuerungen am Vortag der Messe in Warschau (PWEA) sichtlich verblüfft.

Dabei war die polnische Windenergie auf einem guten Weg. Im letzten Jahr war endlich ein erneuerbare Energien-Gesetz beschlossen worden: Es sollte ab 2016 ein Ausschreibungssystem eingeführt werden. „Besser ein Gesetz, das für einen festen Rahmen sorgt, als keines,“ sagt Binotsch „damit kann man umgehen.“ Die Erschließung der großen Windpotenziale Polens hätte nun beginnen können, wäre nicht inzwischen die ultra-konservative PiS an die Macht gekommen, die das Rad wieder zurückdrehen möchte.

Brüsseler Radfahrer und Vegetarier

Die energiepolitischen Ziele der neuen Regierung: Verstromung der heimischen Kohle und Bau neuer Kernkraftwerke. Kaum in Amt, startete sie eine Kampagne gegen die Windenergie, bei der sie einseitig die altbekannten Argumente der Windkraftgegner übernimmt und sie propagandistisch überhöht. So werden die Auswirkungen der Schallimmissionen als Körperverletzung gewertet und Windparkbetreiber in die Nähe von Kriminellen gerückt, die es zu bestrafen gelte. Mit einer Gesellschaft, die auf Erneuerbare Energien statt auf Religion setzt, so drückte es Polens Außenminister Waszczykowski kürzlich in der Bild-Zeitung aus, und die von Radfahrern und Vegetariern bestimmt wird, wolle man nichts zu tun haben.

Seitdem werden immer neue Ideen vorgebracht, die der Windindustrie die Luft abschnüren sollen: Absurde Abstandsregelungen inklusive Rückbauverpflichtung für Anlagen, die diese Vorgaben nicht erfüllen, erhebliche steuerliche Mehrbelastungen für neue und Bestandsprojekte, verpflichtende technische Prüfungen in kurzen Intervallen und gegen unverhältnismäßig hohe Gebühren - kurz gesagt: Es wird alles getan, um die Branche zu diskreditieren und die Windenergie als Geschäft unattraktiv zu machen. Dazu passt, dass die geplante erste Ausschreibung kurzerhand abgesagt wurde - natürlich ohne sich auf einen neuen Termin festzulegen.

Regierungen kommen und gehen – Windkraft bleibt

Inmitten all dieser Störfeuer, aller Nebelgranaten und trotz der angekündigten politischen Attentate gegen die Branche fand in der vergangenen Woche die polnische Windenergiemesse statt. Und obwohl Aussteller und Besucher sich besorgt über die irrational handelnde polnische Regierung zeigten, war gleichzeitig spürbar, dass man sich davon nicht nachhaltig beeindrucken lassen wollte. Als ob sie an einer trotzigen Demonstration teilnehmen würden, hatten sich mehr Firmen als in den vergangenen Jahren angemeldet und auch die Besucherzahlen dürften gestiegen sein.

In den Gesprächen stand die nüchterne Suche nach Lösungen und anpassungsfähigen Geschäftsmodellen im Vordergrund, so berichtet Binotsch. Die Antwort der BBB für das schwierige Marktumfeld: „Wann immer es zu den Ausschreibungen kommt, finanzierende Banken werden durch LiDAR-Messungen geschärfte Windgutachten zu schätzen wissen. Auch unsere Betriebsoptimierung mittels gondelbasierter LiDAR-Messungen werden benötigt - gilt es doch gerade jetzt, jede Kilowattstunde aus den Bestandsanlagen herauszuholen.“ Augenzwinkernd fügt er noch hinzu, dass diese Produkte nächstes Jahr wohl auch in Deutschland an Bedeutung gewinnen werden.

Quelle:
BBB Umwelttechnik
Link:
www.bbb-umwelt.de
Windenergie Wiki:
Ausschreibungen





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